Bergmannhausen

Künstlerische Sparten: interdisziplinär
Beteiligte Partner: Verein Kultur und Spielraum e.V., Grundschule Bergmannstraße und verschiedene Künstler
Teilnehmer: 409 (alle) Schüler der Grundschule
Mitarbeiter: Lehrer, Eltern, Bildhauer, Maler, Designer u.a.
Zeitraum: 1 Woche
Intervall der Treffen: täglich
Finanzierung:
Ort: Grundschule Bergmannstraße
Thema: Selbstorganisation
Auf dem Schulhof

Kamerakind

Reportage

Vorbereitung




Zustandekommen der Kooperation:
Das Projekt Spielstadt an der Grundschule Bergmannstraße hatte als Erfahrungshintergrund die im außerschulischen Bereich mehrfach erprobte Spielstadt Mini-München, die vom Verein Kultur und Spielraum seit 1979 alle zwei Jahre durchgeführt wird.
Es erforderte einigen organisatorischen und konzeptionellen Aufwand, um das offene Spielsystem auf die Bedingungen von Schule zu übertragen, ohne die grundsätzlichen pädagogischen Leitvorstellungen der Spielstadt aufzugeben: Freiwillige Teilnahme, Selbstorganisation hinsichtlich der Tätigkeiten wie auch der Abläufe im Stadtleben, keine Lernzielvorgaben und Kontrollen und keine inhaltliche, curriculare Festlegung der Spielgestaltung.

Kurzbeschreibung:
Die Spielstadt Bergmannhausen brauchte ein halbes Jahr gemeinsame Vorbereitungszeit von den Mitarbeitern des Trägers, dem Schulkollegium und den Eltern. Die Workshop- und Spielstationen mussten geplant und vorbereitet werden, die Materialbeschaffung organisiert und der Aufbau angeleitet werden. Zur inhaltlichen Vorbereitung der Kinder entwickelte das Vorbereitungsteam kleine Unterrichtseinheiten zum Thema Stadt. Die Projektwoche selbst startete dann mit allen 490 Kindern der Grundschule. Die Kinder wurden zunächst über die Spielstadt informiert und bekamen Stadtausweise. Ihr erster Gang war dann zum Arbeitsamt, um sich hier über die Arbeitsmöglichkeiten zu informieren und frei zu entscheiden, an welcher Arbeitsstätte/Spielstation sie beginnen wollten. Die Spielstadt sah folgende Bereiche vor: Bank, Rathaus, Zeitung, Fernsehen, Kino, Stadttheater mit Schauspiel, Oper und Tanz, Hochschule, Kunstakademie, Werbe- und Grafikstudio, Müllabfuhr und Umweltschutzbüro, Kaufhaus, Gasthaus und Bäckerei, Friseur, Taxiwerkstatt, Wellness-Studio, Schreinerei und Holzwerkstatt, Schneiderei, Töpferei, Gipswerkstatt, Papierwerkstatt, Seidenmalerei, Schmuckwerkstatt, Hinterglasmalerei, Bilderrahmenwerkstatt, Mosaikbilder, Lederwerkstatt, Spielewerkstatt und Puppenwerkstatt. Alle Stationen und Werkstätten wurden von den Kindern selbst verwaltet und geleitet. Die Erwachsenen unterstützten unter strenger Einhaltung der Spielregeln (keine Bevormundung) die Spielstationen. Die Künstler arbeiteten überwiegend in den Werkstätten, zeigten und erklärten die notwendigen Techniken und Materialien und arbeiteten mit den Kindern nach deren Vorstellungen und Wünschen. Jedes Kind wurde für seine Arbeit mit "Bergmanneuro" entlohnt, das Geld konnte dann in der Ministadt wieder ausgegeben werden. Den Abschluss der Projektwoche bildetet ein gemeinsames großes Fest.

Ergebnisse und Konsequenzen der Kooperation:
Das Projekt Spielstadt Bergmannhausen setzte die Zustimmung des Lehrerkollegiums voraus, zumindest für den Projektzeitraum einer Woche die Ordung von Räumen, Altersklassen, Lernzeiten, Lernstoffen, Schulritualen und Kontrollen außer Kraft zu setzen. Nun waren Innovationen, Impulse, Lehrbeiträge, Wissensvorsprünge einzubringen, gelang dies nicht oder schlecht, kündigten die Kinder kurzerhand ihre Arbeitsstelle und gingen in einen anderen Projektbereich. Die Verhältnisse von Spielen und Lernen, Leben und Schule wurden im Rahmen des Projektes relativiert, das Projekt hat gezeigt, wie Lernen in der Schule auch möglich ist.

Dokumentation:
Den Abschluss der Projektwoche bildetet ein gemeinsames großes Fest.

Kontakt Kooperationspartner

Außerschulischer Partner: Kultur und Spielraum
Kontaktperson: Gerd Grüneisl
Adresse: Ursulastr. 5, 80802 München
Fon: 089 / 34 16 76
Fax: 089 / 34 16 77
E-Mail: info@kulturundspielraum.de