Strandgut

Künstlerische Sparten: Bildende Kunst
Beteiligte Partner: Gymnasium Jungmannschule Eckernförde, Aktionskünstler Jean-Patrice Giraud
Teilnehmer: Kunst-Leistungskurs Klasse 12
Mitarbeiter: Aktionskünstler Jean-Patrice Giraud
Zeitraum:
Intervall der Treffen:
Finanzierung:
Ort: Schule, Strand, Schiff
Thema:
Jean-Patrice Giraud

Verbindung

Montage

Schiff




Zustandekommen der Kooperation:
Strandgut ist ein Projekt, das das Gymnasium Jungmannschule Eckernförde, genauer gesagt der Leistungskurs Kunst der Jahrgangstufe 12, gemeinsam mit dem französischen Objektkünstler Jean-Patrice Giraud durchgeführt hat. Jean-Patrice Giraud war Stipendiat des Landes Schleswig-Holstein und wohnte zurzeit des Projektes im Künstlerhaus in Eckernförde. Über die Schuldirektorin, die aktiv im Vereinsvorstand des schleswig-holsteinischen Künstlerhauses ist, bestand und besteht eine gute Beziehung zwischen der Schule und den im Künstlerhaus lebenden und arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern.

Kurzbeschreibung:
Ziel war es, die ganze Umgebung der "Baltic-Sea" durch einen direkten Kontakt zur Bevölkerung zu berühren. Es war eine interaktive Aktion, die auf diese Art ein neues Kunstwerk erzeugte und die Verschiedenheiten des Baltikums aufzeichnete. Ein Netz verband 6.000 Stücke Holz (15 x 9 x 2 cm), auf jedes Stück Holz war ein Wort graviert und das ganze Netz gestaltete einen Text, der 15 m lang und 6 m breit war, ein riesiger Holzteppich, beschriftet mit einem Teil des Romans von Jules Vernes "20.000 Meilen unter dem Meer".
Die Holzteile wurden in einer Aktion zusammengebunden und 2 Tage am Eckernförder Fischereihafen ausgestellt. Ein Fischkutter warf dieses Netz auf hoher See an einem besonders geeigneten Platz, dort, wo die Strömung die einzelnen Stücke am besten über die ganze "Baltic Sea" verteilen konnte, aus.
Das Netz löste sich im Meerwasser, so dass jedes Wort wie eine Flaschenpost von den Wellen davongetragen wurde. Jedes Stück Holz hatte auf der einen Seite ein Wort und eine Nummer sowie auf der Rückseite eine Adresse eingraviert, an die der Finder eine Postkarte seiner Heimat schicken konnte. Der Finder wurde gebeten, auf der Postkarte das Wort und die Nummer von dem Holzstück sowie seine Adresse anzugeben. Als Dank erhielt er dann einen Katalog mit einer Erklärung der Aktion.
Die Technik, mit der die einzelnen Holzstückchen miteinander verbunden wurden, war sehr raffiniert gewählt. Die Holzteile waren wie Perlen auf Bioschnüre aufgezogen. Die Schnüre wurden an den Enden der Holzteile aus den Bohrungen ein wenig herausgezogen, in diese wurde anschließend Karamell gegossen. Später wurden die herausstehenden Schlaufen der Schnüre abgeschnitten, so dass beim Auflösen des Karamells im Wasser jedes Stück Holz unabhängig wurde und alle Holzstücke sich frei verbreiten konnten.
Das Netz wurde aufgerollt und mit einem Kutter auf die hohe See transportiert, wo es wie ein Fischernetz ins Wasser gelassen wurde. Dieses Netz blieb ca. eine halbe Stunde fest und löste sich dann völlig auf.
Danach war jedes Teil voneinander unabhängig, von keiner Schnur mehr verbunden. In der Zeit, in der sich das Objekt "auflöste", wurde das Gebiet beaufsichtigt und gesichert.

Ergebnisse und Konsequenzen der Kooperation:
Die projektorientierte Arbeit am "Strandgut" öffnete den Kunstunterricht in ungeahntem Ausmaß. Der Rahmen des Stundenzwangs vom 45-Minuten-Takt wurde gesprengt, Pausen, Freistunden, Nachmittage, Wochenenden mit einbezogen. Das überwältigend große Interesse bewirkte nicht nur eine breite Öffnung der Schule nach außen, sondern erreichte auch eine erstaunliche Langzeitwirkung durch die immer wieder eintreffenden Postmeldungen von immer neuen Fundorten.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass diese Öffnung der Schule keine singuläre Entscheidung geblieben ist. Ermutigt durch den Erfolg wurden bereits weitere gemeinsame Projekte mit anderen Stipendiaten in Leben gerufen:
- eine Kalligraphie-Reihe mit Ausstellung
- eine Klang-Kratz-Performance

Dokumentation:
Eine Foto-, Video- und Fernsehreportage wurde vom Schiff aus aufgezeichnet. Diese Aufzeichnungen wurden in einem Katalog und auf einem Video als Spur dieser Aktion veröffentlicht.

Kontakt Kooperationspartner

Schule: Jungmannschule, Gymnasium im Schulzentrum Süd
Kontaktperson: Jutta Johannsen
Adresse: Sauerstr. 16, 24340 Eckernförde
Fon: (04351) 73260
Fax: (04351) 732650
E-Mail: direktion@jungmannschule.de